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Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Feuchtmauerputz auf nassen Mauern hält!
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Grundsätzlich sollte feuchtes Mauerwerk wenn möglich trockengelegt werden. Jeder Baupraktiker weiß aber aus Erfahrung, dass dies oftmals aus baulichen oder finanziellen Gründen nicht durchführbar oder unrentabel ist. In solchen Fällen bieten zertifizierte Feuchtmauerputze meist eine vernünftige Alternative:
Feuchtmauerputz, was ist das? Es handelt es sich hierbei um Spezialputze, die dafür entwickelt wurden, um auf feuchtem Mauerwerk aufgebracht zu werden. Mit Feuchtmauerputzen wird eine trockene, langfristig schad- und ausblühungsfreie Verputzoberfläche geschaffen, ohne die Mauerfeuchte einzusperren und damit Sekundärschäden zu provozieren.
Wie funktionieren Feuchtmauerputze? FMP weisen 2 wichtige Kriterien auf:
- Sie sind extrem hydrophil (Wasser saugend / abgebend) eingestellt
- Sie verfügen über ein außerordentlich hohes Porenvolumen (ca. 40-45%) das untereinander vernetzt ist (sg. Porenmatrix)
Auf Grund dieser beiden Eigenschaften können FMP extrem rasch Feuchte aufnehmen und abgeben (verdunsten) ohne dabei größere Salzmengen aufzunehmen (da die Verdunstung schon innerhalb des Putzes passiert und nicht an der Oberfläche). Das dahinterliegende Mauerwerk wird somit entlastet und die Feuchte verschleppt sich nicht, wie das bei vielen Putzen häufig zu beobachten ist. Die Verdunstungsrate ist dabei lt. Untersuchungen namhafter Institute ca. 10x so hoch wie bei herkömmlichen Verputzen.
Woher stammen Feuchtmauerputze? Entwicklungstechnisch kommen Feuchtmauerputzsysteme ursprünglich aus dem Denkmal geschützten Bereich, wo oftmals keine Mauerwerksabdichtung eingebracht werden kann oder ein Eingriff in die Bausubstanz unerwünscht ist. Natürlich ist eine Anwendung somit auch im "normalen" Altbaubereich sinnvoll und möglich.
Wo werden Feuchtmauerputze eingesetzt? Auf allen Arten feuchten Mauerwerks wie Ziegel-, Misch- u. Natursteinmauerwerk bei
- aufsteigender Feuchte im Keller- und EG
- seitlich eindingender Feuchte in Keller und Souterrain
- hygroskopischer Feuchte (Salzbelastung von Mauerwerk oder Altputz)
- Kondensationsfeuchte mit und ohne Schimmelbefall
- bei Restfeuchte nach Überschwemmungen / Wasserschäden
- nach erfolgter Abdichtung bei Restfeuchte im Mauerwerk
konkrete Anwendungsbereiche sind z.B.:
- Souterrainlagen im städtischen Gebiet
- Stiegenhäuser / Einfahrten
Mit entsprechender Vorsicht sind Feuchtmauerputze auch im Wohnbereich anwendbar, es ist aber sicherzustellen, dass die Putze die Möglichkeit haben Feuchte zu Verdunsten. Hier sollte auf eine eventuell nötige Abdichtung nicht verzichtet werden bzw. es ist für entsprechende Durchlüftung zu sorgen.
Wo sind sie nicht empfehlenswert? Bei temporärem oder permanentem Druck- und Sickerwasser
Wie werden Feuchtmauerputze verarbeitet? Wie jeder andere Handputz auch. Geschädigten Altputz deutlich und gründlich über die sichtbare Schadensgrenze abstemmen. Mauerwerk säubern und gut vornässen. Mit dem Grobputz vollflächig vorspritzen. Grob verputzen, mindestens 2,5cm Putzstärke. Feinputz aufziehen und verreiben. Bei Bedarf kann noch FMP Kalkglätte aufgezogen werden (feinere Oberfläche). Nur mit Kalk-, Silikat- oder Mineralfarben streichen. Besonderheiten: lange Mischzeit von 10-12 Minuten in der Maschine (Porenvolumen im Putz entsteht durch Reibung), Mindeststärke von 2,5cm beachten sonst zuwenig Verdunstungsvolumen.
Wer kann Feuchtmauerputze verarbeiten? Grundsätzlich jeder der naß verputzen kann und gründlich arbeitet, ob Heimwerker oder Profimaurer. Auch die Verarbeitung per Putzmaschine ist möglich.
Kann man stattdessen auch Sanierputze verwenden? Können, ja! Aber gescheit ist es nicht. Denn Sanierputze sind lt. Herstellerangabe für trockenes bzw. minderfeuchtes Mauerwerk gedacht. Überrascht? Ist aber so! Lesen Sie sich die technischen Merkblätter eines Sanierputzes durch. Oftmals wird dieser Umstand elegant mit "bei Durchfeuchtungsgrad < 20% anwendbar" umschrieben, was trocken im Sinne der Ö-Norm B3355-1 bedeutet. Auch die Mär vom diffusionsoffenen Sanierputz ist kritisch zu hinterfragen. Denn der Dampfdiffusionswiderstand (in der Bautechnik mit der µ-Zahl gekennzeichnet) ist bei Sanierputzen sehr hoch. Weiters sind Sanierputze hydrophob, also Wasser abweisend. Das erklärt zwar, warum Sie lange brauchen um Salze aufzunehmen, trägt aber dazu bei, Feuchte im Mauerwerk dahinter einzusperren und ein höher Steigen zu begünstigen. Gleiches gilt auch für Dispersionsfarben. Drastisch formuliert: Wenn Sie in ein Plastiksackerl 2 Löcher reinstechen ist es auch per Definition diffusionsoffen. Übers Gesicht ziehen sollte man es trotzdem nicht. |
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